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30 Jahre deutsch-chinesische Hochschulkooperation-15 Jahre Studierendenaustausch zwischen Hangzhou und Hannover

2015-10-13BeateBlmel

浙江科技学院学报 2015年5期
关键词:汉诺威跨文化杭州

Beate Blümel

(Internationales Büro,Hochschule Hannover,30173 Hannover,Deutschland)

30 Jahre deutsch-chinesische Hochschulkooperation-15 Jahre Studierendenaustausch zwischen Hangzhou und Hannover

Beate Blümel

(Internationales Büro,Hochschule Hannover,30173 Hannover,Deutschland)

Inhaltsangabe:Der Artikel bietet einen Rückblick auf die erfolgreichen 30 Jahre Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Hannover(HsH)und der Zhejiang University of Science and Technology(ZUST).Ausgehend von der ersten Phase der Kooperation in den 80er Jahren,in der die Qualifizierung des Lehrpersonals und die Umsetzung des Praxisbezugs in der Lehre im Fokus standen,erstreckt sich die Zusammenarbeit mittlerweile auf fest etablierte Programme. Als das wichtigste ist das 2plus3-Programm zu nennen,in dem die Studierenden aus der ZUST sich sprachlich und fachlich zwei Jahre in China vorbereiten und ihr Studium in einem strukturierten Programm inklusive Brückenjahr in Hannover fortsetzen und mit einem Doppelbachelor abschlieβen. Voraussetzungen für den Erfolg des Programms sind der erfolgreiche Spracherwerb,die intensive Betreuung sowie die interkulturelle Handlungskompetenz,die bei Studierenden und Mitarbeitenden gezielt gefördert wird.

Schlüsselwörter:deutsch-chinesische Hochschulkooperation;anwendungsorientierte Ausbildung;2plus3-Programm;Studierendenaustausch;Hannover;Hangzhou;Spracherwerb

Chinesische Bibliotheksklassifikation Nr:G648.9 Dokument Kategorienummer:A

Artikelnummer:1671-8798(2015)05-0427-06

Als in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts die Zusammenarbeit zwischen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland insbesondere mit gemeinsamen Industrieprojekten Fahrt aufnahm,war das Knowhow der anwendungsorientierten Hochschulausbildung,das in den deutschen Fachhochschulen praktiziert wird,sehr gefragt und sollte zur Unterstützung der industriellen Entwicklung zusammen mit den deutschen Produktionsanlagen importiert werden.

Die Hochschule Hannover war eine der ersten deutschen Fachhochschulen,die sich in dieser Phase mit der Expertise von Professoren in Entwicklungsprojekten,mit Personaleinsatz vor Ort in Hangzhou und in der Betreuung von Fortbildungsmaβnahmen für chinesisches Personal in Hannover engagierte.Die erste Dekade der Hochschulzusammenarbeit war geprägt durch Unterstützung bei der Einrichtung von Laboren und durch die Qualifizierung von chinesischem Personal zur Umsetzung des Praxisbezugs in der Lehre,allerdings auch durch die Erfahrung,dass Lehrkonzepte nicht so schnell importier-und installierbar waren,wie die Maschinen in den Laboren.Denn tradierte Arbeits-und Lernkulturen widersetzen sich in vieler Hinsicht dem gewünschten Umdenken in Hochschule und Gesellschaft.Die Hochschulabsolventinnen und-absolventen konnten auf diesem Weg noch nicht als unmittelbar einsetzbare Fachkräfte in die chinesische Wirtschaft entlassen werden.

Viele junge Chinesinnen und Chinesen suchten in dieser Zeit aber schon den Weg zum Studium im Ausland.So lag es nahe,auch in unserer Kooperation an einem Konzept zur kooperativen Qualifizierung von chinesischen Fachkräften in Deutschland zu arbeiten.Das 2plus3-Programm wurde geboren:2 Jahre fachliches Grundstudium in Hangzhou mit Vorbereitung auf das Studium in deutscher Sprache plus 3 Jahre Studium in Hannover einschlieβlich Brückenjahr,fachlicher Vertiefung in der 2.Studienphase und Bachelorarbeit.So können chinesische Studierende in 5 Jahren einen deutsch-chinesischen Doppelabschluss erwerben.

Voraussetzungen für den Erfolg

Das Studium in Deutschland findet in deutscher Sprache statt.Das Erlernen der deutschen Sprache kommt als eine unabdingbare Voraussetzung zum Verständnis auch der deutschen Lebens-und Arbeitswelt und als Schlüssel zur O··f fnung für eine andere Kultur eine wichtige Bedeutung zu.Die Verweildauer der Studierenden an der deutschen Hochschule ist so bemessen,dass zusammen mit der fachlichen Vorbereitung in China eine vollständige fachliche Qualifikation nach HsH-Prüfungsordnung im Abschlusszeugnis bescheinigt werden kann.Diese wird wiederum für den Abschluss an der ZUST anerkannt,so dass die Absolventin/der Absolvent nach dem Studienabschluss in Deutschland auch den chinesischen BA-Abschluss erhalten kann.Die Studierenden sind in diesem Programm an beiden Hochschulen immatrikuliert und werden von beiden Seiten betreut.Das Programm wird von beiden Seiten evaluiert.Optimierungsmaβnahmen werden miteinander diskutiert und umgesetzt.

Die Sprache

Die sprachliche Vorbereitung und Begleitung war von Anfang an im Fokus der Zusammenarbeit. Zwei Maβnahmen haben hierüber die Jahre Früchte getragen.

Erstens:Der Einsatz von muttersprachlichen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern

zur Unterstützung des DaF-Kollegiums der ZUST bei der Vorbereitung der chinesischen Studierenden auf die Sprachprüfung für den regulären Zugang zum Studium an der HsH.

In den 15 Jahren Programmlaufzeit waren sechs DaF-Lehrkräfte aus Niedersachsen z.T.über mehr als 5 Jahre lang an der ZUST im Einsatz und haben dort mehrere Generationen von chinesischen Studierenden auf das Studium in Deutschland vorbereitet.Zwischen ihnen und vielen ihrer Ehemaligen bestehen bis heute noch regelmäβige und lebhafte Kontakte.

Zweitens:Ein 12monatiges Fortbildungsprogramm an der HsH

und dem Niedersächsischen Studienkolleg,das jungen chinesische Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben didaktischen und methodischen Anregungen für den Deutschunterricht an der ZUST auch einen tieferen Einblick in deutsche Lebenswelten gibt,sowie eine hautnahe Erfahrung,wie es ihren 2plus3-Studierenden in Deutschland ergeht und welche Herausforderungen sie bei uns zu meistern haben.

Inzwischen hat fast das gesamte Kollegium der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer der ZUST ein Deutschlandjahr in Hannover hinter sich und bringt die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in den Lehrbetrieb der ZUST ein.

Hier gilt unser Dank dem Land Niedersachsen,das durch die Freistellung dieser Lehrkräfte aus dem niedersächsischen Schuldienst für die Arbeit an der ZUST einerseits und der Bereitstellung von Aufenthalts-Stipendien für chinesische Deutschlehrerinnen und-lehrer in Hannover unsere Kooperation substantiell unterstützt.

Begleitung im Brückenjahr

Weitere Maβnahmen,wie die Einbindung HsH-Studierender als Tutor/innen in das Betreuungsprogramm für 2plus3-Studierende haben im Verlauf der Jahre einen festen Platz in unserem Studierendenaustausch bekommen.

Mit der Einreise der ersten Gruppe chinesischer Studierender war das Tutor/innenprogramm,,von Studierenden für Studierende“geboren.Diese unterstützen ihre neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen zunächst bei allen Fragen des Lebens in Hannover und sind als Fachtutor/innen auch Ansprechpartner für organisatorische und inhaltliche Fragen des Studiums im ersten Studienjahr. Zum tieferen Verständnis der chinesischen Kultur und zur besseren Vorbereitung auf ihre Aufgaben als Tutor/in erhalten sie die Möglichkeit,das Land und die Lebensumstände ihrer chinesischen Kommilitoninnen und Kommilitonen zuvor näher kennenzulernen.

In der deutsch-chinesischen Sommerschule in Hangzhou kommen Hs H-Studierende seit 2007 jedes Jahr den ZUST-Studierenden ein Stück auf ihrem Weg nach Hannover entgegen und begleiten sie anschlieβend durch das erste Studienjahr im hannoverschen Umfeld.

Mit Lehrveranstaltung bereiten HsH-Professorinnen und Professoren regelmäβig chinesische Studierende an der ZUST auf ihre Erwartungen an Lernleistung und ihre Methoden in der anwendungsbezogenen Lehre in Hannover vor.

Auch Trainings zur Vertiefung der interkulturellen Handlungskompetenz sind inzwischen Bestandteil des Austauschs.Im Lernfeld Laborarbeit in gemischten Gruppen treten die unterschiedlichen Voraussetzungen von deutschen und chinesischen Studierenden für die Lösung von Aufgaben und die Erwartungen an die Zusammenarbeit deutlich zu Tage.Hier bietet sich Gelegenheit im Prozess der Bewältigung einer fachlichen Anforderung auch das Verständnis,Wertschätzung und Offenheit für einander wachsen zu lassen.

Als ein Beispiel,zu welchen Ergebnissen die bewusste Thematisierung interkultureller Probleme führt,möchte ich hier aus dem Abschlussbericht einer Laborgruppe des Studiengangs Verfahrens-Energie-und Umwelttechnik zitieren:

,,Interkulturelle Gruppenprobleme-Umgang in zukünftigen Projekten

Aus den interkulturellen Problemen,die während der Gruppenarbeit aufgetreten sind…und daraus resultierenden Veränderungen der Gruppendynamik können für künftige Projekte einige Erkenntnisse genutzt werden.

…Für ausländische,besonders chinesische Studierende,ist der Umgang in einer Gruppe oft Neuland,da in China in den Universitäten und Schulen kaum in Gruppen diskutiert und selbstständig gearbeitet wird.Hinzu kommt die Sprachbarriere,die es schwierig macht,sich in gewünschtem Umfang an den Fachgesprächen zu beteiligen.Es ist daher wichtig,die ausländischen Studenten von Anfang an aktiv durch Fragen und fachbezogene Aufgaben mit in den Arbeitsprozess einzubinden. Im Zusammenhang mit dieser Erkenntnis steht das oft zeitliche Problem vieler Projektgruppen.Das aktive Einbeziehen ausländischer Studierender und sicherstellen,dass alle auf dem gleichen Stand sind,verlangsamt oft den fachlichen Fortschritt der Gruppe,weshalb der Umgang miteinander und die Integration aller Studenten in den Arbeitsprozess auch auf Seiten der Dozenten berücksichtigt und bewertet werden sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt…besteht in einer sinnvollen Arbeitsverteilung,die die Stärken aller Gruppenmitglieder berücksichtigt.Daher sollten Studenten,die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben,in den weniger sprachlich anspruchsvollen Bereichen einer Projektarbeit,wie etwa Berechnungen,einbezogen werden.

Auch wenn es…Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe geben sollte,ist es wichtig den kulturellen Umgang mit Kritik,besonders in China,wo das Gesicht zu wahren eine wichtige Rolle spielt,zu berücksichtigen und entsprechend respektvoll seine Kritik zuäuβern,ohne dabei

auf einer persönlichen Ebene anderen Studenten zu nahe zu treten.“

Austausch in beide Richtungen

Nun ist der Studierendenaustausch längst keine Einbahnstraβe mehr und hat sichüber das 2plus3-Programm hinaus mit dem BachelorPlus-Programm in beide Richtungen gut entwickelt.Immer mehr Studierende nutzen diese Option,um nach einem Studienjahr in China bzw.in Deutschland eine Zusatzqualifikation zu erhalten bzw.als Studierende des Studiengangs International Business Studies/International Economics einen Doppelabschluss zu erwerben.

So wurde in 15 Jahren der deutsch-chinesische Studierendenaustausch zwischen unseren Hochschulen auf einem breiten und soliden Fundament entwickelt.Studierenden der unterschiedlichsten Fachdisziplinen bietet er verschiedene Möglichkeiten der Begegnung.

Das Plus an 2plus3

Die Bilanz des 2plus3-Programms nach 15 Jahren mit inzwischen 445 Studierenden an der HsH ist positiv.

Gemessen am durchschnittlichen Studienverlauf regulärer HsH-Studierender liegt die drop out Quote mit 8%weit unter Durchschnitt und mit durchschnittlich acht Semestern Fachstudium bis zum Studienabschluss liegen die chinesischen Studierenden mit den regulären HsH-Studierenden gleich auf. Dieses Ergebnis ist ein Resultat von intensiver und zielgerichteter Vorbereitung an der ZUST,einer sorgfältigen Prüfung der fachlichen,sprachlichen und persönlichen Eignung der Kandidatinnen und Kandidaten durch die Auswahlkommissionen,wie auch einer engmaschigen Betreuung im ersten Studienjahr in Deutschland.

Bei allen Vorteilen,die unter Kostengesichtspunkten und mit dem Ziel der Verkürzung der Studienzeiten für andere Modelle der Qualifikation chinesischer Studierender nach deutschen Curricula in China sprechen,so bietet doch gerade das länger bemessene Studium im deutschsprachigem Umfeld an einer Hochschule in Deutschland einen groβen Gewinn.Denn mit der

○ Erweiterung und Festigung der deutschen Sprachkenntnisse und Bewältigung des Fachstudiums unter regulären Studienbedingungen an einer deutschen Hochschule,

○ Gewinnung tieferer Einblicke in deutsche Lebens-und Arbeitswelten schon während des Studiums,

○ Vertiefung der gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen durch anschlieβende Weiterqualifizierung an deutschen Hochschulen und im Einsatz als Fachkraft auf dem Arbeitsmarkt

sind last but not least 2plus3-Absolventinnen und Absolventen mit ihrer zusätzlich erworbenen interkulturellen Kompetenz nicht nur in China und Deutschland sehr gefragt.

Wachstum in beide Richtungen

Die ZUST hat mit ihrem Knowhow im chinesisch-deutschen Studierendenaustausch und ihrem Netzwerk von deutschen Partnerhochschulen und Austauschprogrammen ein unverkennbares Profil gewonnen.

Die Hs H hat sich durch die im Austausch mit der ZUST gewonnene Erfahrung und Expertise in Fragen der Vorbereitung,Begleitung und Integration von Studierenden zur Entwicklung von Studieneinstiegsprogrammen und Lehreinheiten zur Interkulturellen Handlungskompetenz inspirieren lassen, die nun auch für weitere Austauschprogramme und regionale Schwerpunktsetzung einsetzbar sind.

ZUST und HsH-das ist eine zuverlässige Partnerschaft,im gegenseitigen Interesse aneinander und miteinander gewachsen.So wollen wir es weiter halten.

30年中德高校合作——杭州和汉诺威15年的交换生

鲁碧雅
(汉诺威应用科学大学外事办公室,德国汉诺威30173)

回顾了汉诺威应用科学大学(以下简称汉科大)和浙江科技学院(以下简称浙科院)30年的成功合作。从20世纪80年代第一阶段的合作开始,当时的合作集中在师资培训及实践在教学中的转换,期间发展到创立固定的项目。以最重要的“2+3”项目为例,浙科院的学生先在中国进行两年语言和专业的准备,然后在这个结构性项目中在汉科大继续他们的学业,包括其中的过渡年,最后取得双学士学位毕业。这个项目成功的前提是成功的语言学习,深入的指导,以及跨文化行为能力的培养等,这些由师生共同致力而推动实现。

中德高校合作;应用型教育;“2+3”项目;交换学生;汉诺威;杭州;语言学习

G648.9

A

1671-8798(2015)05-0427-06

30 years of Sino-German university cooperation -15 years of student exchange between Hangzhou and Hanover

Beate Blümel
(International Office,Hannover University of Applied Sciences and Arts, 30173 Hannover,Germany)

The article offers a review of the successful cooperation between University of Applied Sciences and Arts(HsH)and Zhejiang University of Science and Technology (ZUST)in the last thirty years.Starting in the first phase of the cooperation in the 1980s, where the qualification of the teachers and practical application in teaching was the main focus,we now have a well-established program.Of the upmost importance is the 2plus3-Program, where the students from ZUST are able to prepare themselves linguistically and professionally in China for two years and can then continue their studies in Hanover in a structured program, including a gap year,and conclude their studies with a double bachelor.Prerequisites for the success of the program are successful language acquisition,intensive mentoring and intercultural leadership skills which are actively demanded from both the students and staff.

Sino-German university cooperation;application-oriented training;2plus3-Program; student exchange;Hanover;Hangzhou;linguistics

G648.9 Document code:A Article ID:1671-8798(2015)05-0427-06

10.3969/j.issn.1671-8798.2015.05.021

Abgabedatum:2015-08-12

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